so... inzwischen bin ich ein wenig weiter.
Gestern Abend nach langem Tag (war dienstlich in Kölle) nochmal versucht die CO Werte einzustellen, beim ersten Mal ging es für Zyl 1+ 2 und bei drei und vier bekam ich die Werte nicht runter. Blieben bei größer 5.
Standgaseinstellung reagiert nach wie vor nicht.
Unterdruck ist knapp zu niedrig.
Standgas-Mechanik demontiert, zerlegt, nachgesehen: Alles Ok, Schläuche gut, rein gedreht: Lässt viel Luft durch, raus: wenig Luft.
Läuft im Standgas besser, aber zieht nicht so richtig.
TPS versuchshalber etwas zurückgedreht ... war ja auch komisch.
Alles komisch.
Also:
"When you have excluded the impossible, whatever remains, however improbable, must be the truth." (Sherlock Holmes)
Etwas nachgedacht und dann heute "mal eben", nach dem Nachbarschaftsfest, mal eine Stunde was probiert:
... habe ich das Ganze mal so angegangen, wie ich es ohne WHB gemacht hätte.
0. Das TPS über das Cockpit auf Max = 100 eingestellt, Min ist dann 13. (soll für Min wäre dann 14 bis 17, da ist noch was nicht so ganz grün)
1. Ich habe die Sync-Uhren angeschlossen,
2. die Luft-Bypass-Schrauben ganz zugedreht
3. Motor gestartet und siehe da, es lässt sich ein niedriges Standgas über den Standgas-Regler einstellen
4. dann Synchronisation der Drosselklappen über die "VERBOTENEN SCHRAUBEN"... die waren ziemlich festgegammelt, ging nicht ganz so fein wie ich das gerne hätte. (Hier war zyl. 3 die nicht verstellbare Referenz)
(Hatte hier auch meine "Alltags-Uhren" von Rothenberger dran, beim nächsten Mal nehme ich die "BOEHM", die haben eine bessere Drossel.)
Anpassungen: 1/4, 1/2 und 1/4 Umdrehung. Das ist bei Vergaser-Motoren nicht wenig.)
5. Die Bypass-Schrauben 3,5 Umdrehungen raus
6. letzte kleine Abweichung der mit Bypass-Schrauben beseitigt, nur ein Zyl etwa 1/2 Umdrehung
7. Frei nach Schnauze, da Zyl. 1 und 2 eine CO Einstellung bis 60 hatten, die Zylinder 3 und 4 nach Gehör (laufen sauber mit) auf um die 60 eingestellt
Ergebnis:
Sie hat ein Standgas, dass sich mit der Einstellschraube regulieren lässt.
Das Standgas ist gleichmäßig.
Sie zieht besser (Besser als jemals zuvor!) und vibrationsärmer durch.
So machen wir morgen erst mal die anstehende Tour.
Erkenntnis:
Die verbotenen Schrauben => Drosselklappen-Sync könnten die Ursache für das Malheur sein, die Abweichungen waren im Druck gering (2 Teilstriche), sie scheint da echt empfindlich zu sein.
Geplante Feineinstellung: ... irgendwann nächste Woche.
Da der gemessene Unterdruck auch von der Qualität der Verbrennung und damit vom CO-Wert abhängt werde ich diese - zugegebenermassen sehr krude - Einstellung etwas gezielter wiederholen:
- Boehm Uhren dran - Bypass rein, genau syncen, vorher die Schrauben schmieren
- Zusatzexperiment zum Verstehen: CO bei eingedrehtem Bypass messen, prüfen ob einstellbar.
- Bypass rausdrehen, evtl. weniger als 3,5, prüfen welche Bypass-Einstellung eine gute Reaktion der Standgas-Schraube verursacht.
- letzte Feinkorrektur der Sync über Bypass
- Standgas regulieren
- CO-Einstellung vornehmen
- Schritt 1 wiederholen - wenn sync noch stimmt, Bypass wieder einstellen, alles gut. Wenn sync nicht mehr stimmt: Wiederholen.
Das generelle Problem ist, dass sich die Zylinder gegenseitig beeinflussen, ein Zylinder der "stärker zieht" (Wegen Klappenstellung ODER wegen besserer Verbrennung (Einspritzmenge in Kombination mit Bypass!), man weiss es nicht genau) hat halt weniger Unterdruck... daher muss das evtl. in mehreren Durchgängen angeglichen werden.
Die Sync durch die Bypass-Schrauben einzustellen macht schon Sinn, WENN die Klappen halbwegs synchron sind.
Mich erinnert das irgendwie an die LGRS bei den Mikuni BS34 der XS1100, da steht auch im WHB, dass man daran nicht drehen darf.
Muss man aber, wenn der Vergaser fast 50 Jahre alt ist.
Wenn man es etwas mit Messgerät übt, dann kann man hier nach Gehör einstellen ... und die Messung bestätigt irgendwann, was man gehört hat.
OK, von den Vergasern habe ich auch einige Dutzend überholt und eingestellt.
... und da hängt aber auch kein Regelkreis hinter.
Ich werde morgen erst mal Spass haben und dann systematisch, experimentell dem Thema nachgehen.
Denke, dass sich am Ende eine Beschreibung erstellen lässt, wie man eine schlecht laufende FJR prüft und wieder zur Räson bringt.
Da gehören noch die Kerzenstecker und andere Dinge dazu....
Das kann kein Hexenwerk sein.
Werde berichten.
Gerade gesehen, da ist einer ähnlich vorgegangen:
https://candybuttorg.ipage.com/cba/node/331