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Fahrwerksprobleme RP23 bei hoher Geschwindigkeit + Zuladung
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Autor:  RoCa [ 19.05.2026, 01:17 ]
Betreff:  Fahrwerksprobleme RP23 bei hoher Geschwindigkeit + Zuladung

Servus,

letztes Wochenende war ich mit meiner Yamaha FJR1300A / RP23, zusammen mit Freunden im Bayerischen, beziehungsweise Oberpfälzer Wald unterwegs.
Und ich muss wirklich sagen: Für mich gehört die Gegend zu den schönsten Motorradrevieren überhaupt. Traumhafte, langgezogene Straßen in absolut erstklassigem Zustand, wenig Verkehr, flüssige Kurven und eine wunderschöne Landschaft — genau das richtige Terrain für einen großen Sporttourer.

Die FJR hat dort einmal mehr gezeigt, warum sie seit schon so vielen Jahren einen hervorragenden Ruf genießt. Unaufgeregt souverän, bequem, stark und auf diesen schnellen Landstraßen einfach herrlich zu fahren.

Interessant wurde allerdings die für mich lange Anfahrt über die Autobahn. Ich hatte diesmal beide Koffer komplett voll ausgeladen und zusätzlich noch eine dafür bestimmte Tasche auf dem Rücksitz verzurrt. Insgesamt dürften das etwa 35bis 45 Kilo zusätzlich gewesen sein. Ab ungefähr 210 bis 220 km/h merkte ich dann wiederholt, dass das Vorderrad etwas leicht wurde beziehungsweise eine gewisse Unruhe ins Fahrwerk aus dem vorderen Bereich kam.

Nicht dramatisch, auch keineswegs gefährlich — man konnte problemlos weiter beschleunigen — aber es fühlte sich eben nicht mehr nach der sonst absolut stoischen Ruhe an, die ich von der FJR kenne.
Gerade weil das Motorrad normalerweise selbst bei sehr hohen Geschwindigkeiten wie auf Schienen läuft.
Das Vertrauen war weiterhin da, aber ich wurde zurecht und einmal mehr wieder daran erinnert, dass auch eine FJR physikalische Grenzen und mehr oder weniger empfindliche Reaktionen auf Gewichtsverlagerung hat.

Die Fahrwerkseinstellung habe ich übrigens in mittlerweile längerer Nutzung optimiert. Bereifung ist wie bei wohl allen Motorrädern auch bei der FJR ein grundlegendes Kriterium und ich fühle mich mit meinen neuen Michelin Road GT6 eigentlich bestens ‚besohlt’!

Der Luftdruck allein, speziell am Vorderrad lässt aus meiner Sicht noch am ehesten fahrwerksseitigen Spielraum zu. Interessanterweise hatte ich vor der Fahrt zusätzlich den Luftdruck am Vorderrad reduziert. Normalerweise fahre ich nämlich vorne 2,9 bar (also 0,4 über der Empfehlung des Herstellers), diesmal bin ich aber auf 2,5 bar heruntergegangen, weil ich mir davon etwas mehr Grip und Rückmeldung versprach — gerade auch bei höherem Autobahntempo. Möglicherweise war aber dann doch gerade diese Kombination aus reduziertem Luftdruck, viel Gewicht am Heck und eventuell sogar der zusätzlichen Aerodynamik der Gepäcktasche am Ende genau die Mischung, die das leichte Entlasten des Vorderrads begünstigt hat … ?

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit (Solo) vollbeladener FJR bei hohen Geschwindigkeiten gemacht? Gerade interessieren würde mich, ob ihr mit Fahrwerkseinstellungen, Luftdruck oder anderen Maßnahmen spürbare Verbesserungen erreichen konntet.


Herzliche Grüße und stets gute Fahrt!

Robert

• Hinweis ForumTeam •
Threadtitel dem Threadinhalt / Problem angepasst. ManfredA

Autor:  FJRHarry [ 19.05.2026, 02:13 ]
Betreff:  Re: Oberpfälzer Wald Tour, traumhaft, aber Fahrwerksprobleme

Diese Instabilität wird wahrscheinlich durch die Tasche auf dem Soziussitz verursacht? Sie befindet sich dort, wo der Fahrtwind Turbulenzen hinter dem Fahrer erzeugt.

Bei Solofahrten mit Topcase (unabhängig davon, ob Seitenkoffer montiert sind oder nicht) ist die Instabilität noch deutlich ausgeprägter; in diesem Fall lässt die Stabilität bei etwa 160–170 km/h deutlich nach. Mit Sozius hingegen wird diese Instabilität wieder etwas geringer, wodurch dann wieder etwas höhere Geschwindigkeiten möglich sind.

Mit nur den Seitenkoffern bleibt eine FJR auch bei Höchstgeschwindigkeit stabil, die Federvorspannung soll dann auf "hart" eingestellt sein. Ich habe 0,2 Bar mehr Reifendruck im Vorderreifen als vorgeschrieben, ein niedrigerer Reifendruck könnte in diesem Fall jedoch zu stärkeren Bewegungen führen?

Ich persönlich habe keinerlei Erfahrung mit Michelin-Reifen. Michelin-Reifen sind an sich in Ordnung, denke ich, aber diese Reifen haben deutlich flexiblere Seitenwände als einige andere Marken, was sich vielleicht auch auf die Stabilität bei sehr hohen Geschwindigkeiten auswirken könnte?

Autor:  ManfredA [ 19.05.2026, 07:41 ]
Betreff:  Re: Fahrwerksprobleme RP23 bei oher Geschwindigkeit + Zuladu

Hallo Robert;
Harry hat die Problematik von Heckbeladung / Topcase und Ärodynamik bei Alleinfahrern bereits angesprochen.
Ich persönlich fahre die FJR mit dem für mich optimalen Luftdruck von 2,7 vorne und 2,9 - 3,0 hinten , gemessen bei kaltem Reifen versteht sich. Der erhöht sich gerade bei schnellen BAB-Fahrten schon erheblich.

Zitat: RoCa
....Möglicherweise war aber dann doch gerade diese Kombination aus reduziertem Luftdruck, viel Gewicht am Heck und eventuell sogar der zusätzlichen Aerodynamik der Gepäcktasche am Ende genau die Mischung, die das leichte Entlasten des Vorderrads begünstigt hat … ?....


Das wäre auch mein Denk-Ansatz, zumal die Entlastung des Vorderrads bei derart hohen Geschwindigkeiten schon erheblich ist und oft unterschätzt wird, (wie auch das Thema "Schlupf am HR") :flööt:

Autor:  Mitsui [ 19.05.2026, 11:12 ]
Betreff:  Re: Fahrwerksprobleme RP23 bei hoher Geschwindigkeit + Zulad

2,7 bar vorn und 2,9 bar hinten sind genau richtig :yes:
Damit hatte ich noch nie Probleme-egal,welcher Beladungszustand.

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