Servus,
letztes Wochenende war ich mit meiner Yamaha FJR1300A / RP23, zusammen mit Freunden im Bayerischen, beziehungsweise Oberpfälzer Wald unterwegs.
Und ich muss wirklich sagen: Für mich gehört die Gegend zu den schönsten Motorradrevieren überhaupt. Traumhafte, langgezogene Straßen in absolut erstklassigem Zustand, wenig Verkehr, flüssige Kurven und eine wunderschöne Landschaft — genau das richtige Terrain für einen großen Sporttourer.
Die FJR hat dort einmal mehr gezeigt, warum sie seit schon so vielen Jahren einen hervorragenden Ruf genießt. Unaufgeregt souverän, bequem, stark und auf diesen schnellen Landstraßen einfach herrlich zu fahren.
Interessant wurde allerdings die für mich lange Anfahrt über die Autobahn. Ich hatte diesmal beide Koffer komplett voll ausgeladen und zusätzlich noch eine dafür bestimmte Tasche auf dem Rücksitz verzurrt. Insgesamt dürften das etwa 35bis 45 Kilo zusätzlich gewesen sein. Ab ungefähr 210 bis 220 km/h merkte ich dann wiederholt, dass das Vorderrad etwas leicht wurde beziehungsweise eine gewisse Unruhe ins Fahrwerk aus dem vorderen Bereich kam.
Nicht dramatisch, auch keineswegs gefährlich — man konnte problemlos weiter beschleunigen — aber es fühlte sich eben nicht mehr nach der sonst absolut stoischen Ruhe an, die ich von der FJR kenne.
Gerade weil das Motorrad normalerweise selbst bei sehr hohen Geschwindigkeiten wie auf Schienen läuft.
Das Vertrauen war weiterhin da, aber ich wurde zurecht und einmal mehr wieder daran erinnert, dass auch eine FJR physikalische Grenzen und mehr oder weniger empfindliche Reaktionen auf Gewichtsverlagerung hat.
Die Fahrwerkseinstellung habe ich übrigens in mittlerweile längerer Nutzung optimiert. Bereifung ist wie bei wohl allen Motorrädern auch bei der FJR ein grundlegendes Kriterium und ich fühle mich mit meinen neuen Michelin Road GT6 eigentlich bestens ‚besohlt’!
Der Luftdruck allein, speziell am Vorderrad lässt aus meiner Sicht noch am ehesten fahrwerksseitigen Spielraum zu. Interessanterweise hatte ich vor der Fahrt zusätzlich den Luftdruck am Vorderrad reduziert. Normalerweise fahre ich nämlich vorne 2,9 bar (also 0,4 über der Empfehlung des Herstellers), diesmal bin ich aber auf 2,5 bar heruntergegangen, weil ich mir davon etwas mehr Grip und Rückmeldung versprach — gerade auch bei höherem Autobahntempo. Möglicherweise war aber dann doch gerade diese Kombination aus reduziertem Luftdruck, viel Gewicht am Heck und eventuell sogar der zusätzlichen Aerodynamik der Gepäcktasche am Ende genau die Mischung, die das leichte Entlasten des Vorderrads begünstigt hat … ?
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit (Solo) vollbeladener FJR bei hohen Geschwindigkeiten gemacht? Gerade interessieren würde mich, ob ihr mit Fahrwerkseinstellungen, Luftdruck oder anderen Maßnahmen spürbare Verbesserungen erreichen konntet.
Herzliche Grüße und stets gute Fahrt!
Robert
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